Sicherlich haben Sie schon mal etwas über Zahnimplantate gehört. Vielleicht haben Sie selbst eins oder jemand aus der Familie oder dem Bekanntenkreis kann etwas darüber berichten. Implantate gehören heutzutage zum Standard des zahnärztlichen Behandlungsspektrums und sind keine Besonderheit mehr.

Was genau sind aber eigentlich Zahnimplantate?

Von einigen Exoten abgesehen handelt es sich bei den heutigen Implantaten in der Regel um kleine Titanschrauben mit Längen zwischen 4 und 16 mm. Titan gilt bis heute als das beste Material, da es sehr hart und robust und auf der anderen Seite sehr biokompatibel ist– Unverträglichkeiten sind äußerst selten.

Das klassischen Implantat besitzt zum einen ein Außengewinde, damit man es fest im Kiefer verankern kann und zum anderen ein Innengewinde für die Befestigung des späteren Aufbaus.

Die äußere Oberfläche des Implantats ist meist noch mit einer speziellen Oberfläche beschichtet, damit es für die Knochenzellen einfacher ist sich anzuheften und anzuwachsen.

Zahnimplantate – eine neuartige Erfindung?

Die Idee des Zahnimplantats ist schon sehr alt. So fand man in Honduras einen Schädel präkolumbianischer Zeit, der eine Art Implantat aufwies. Ein schwarzer, geschliffener Stein wurde als Ersatz für einen seitlichen unteren Schneidezahn verwendet. Auch die Mayas probierten schon vor einigen tausend Jahren, verloren gegangene Zähne durch aus Menschen- oder Tierknochen geschnitzte Zähne zu ersetzen.

Die erste konkrete Umsetzung eines enossalen, also im Knochen verankerten, Implantats gelang zwei französischen Zahnärzten 1807 mittels eines konischen Goldrohrs.

In der Folge wurde mit unzähligen Implantattypen aus unterschiedlichsten Materialien und in den verschiedensten Formen geforscht bis sich mehr und mehr die heutige Form der konischen und zylindrischen Schraubenimplantate herauskristallisierte und durchsetzen konnte.

Wie sieht eine Implantation nun aber genau aus?

Nach der Besprechung und der Planung mit dem Patienten sowie der Begutachtung des Röntgenbildes wird das passende Implantat ausgewählt. Als limitierende Strukturen für die Länge der Implantate gibt es im Oberkiefer den Boden der Kieferhöhle und im Unterkiefer den Nervus Mandibularis.

Nach entsprechender Anästhesie wird vorsichtig eine kleine Bohrung, passend zum Implantat, in den Knochen vorgenommen. Dies kann, wenn entsprechend klare Knochenverhältnisse herrschen, minimalinvasiv durch das Zahnfleisch geschehen, das bedeutet, dass weder geschnitten noch genäht werden muss. Der Vorteil für den Patienten liegt auf der Hand – weniger postoperative Beschwerden und in der Regel keinerlei Schwellungen.

Ist das sogenannte „Implantatbett“geschaffen, also die Vorbohrung durchgeführt, so wird das Implantat anschließend vorsichtig eingeschraubt. Die wichtigste Grundregel einer Implantation ist das Erreichen der sogenannten Primärstabilität – das bedeutet, dass das Implantat fest im Knochen verankert sein muss, damit die Knochenzellen in den folgenden Wochen in aller Ruhe an das Implantat anwachsen können. Bewegungen des Implantats würden dies verhindern und zu einem Verlust des Implantates führen. Aus diesem Grund ist es auch nur in Ausnahmefällen - nämlich bei mehreren untereinander verblockten Implantaten - möglich den Zahnersatz sofort auf dem Implantat zu befestigen.

Im Normalfall muss das Implantat in aller Ruhe 3-6 Monate einheilen, bevor der Zahnersatz darauf gefertigt werden kann und das Implantat belastet wird.

Was kann man nun aber überhaupt mit Implantaten machen, wenn sie ein mal eingewachsen sind?

Als künstliche Zahnwurzel kann ein Implantat mehrere Aufgaben übernehmen. Die klassische Indikation ist der Verlust eines einzelnen oder mehrerer Zähne. Um die Zahnlücke(n) zu schließen war es in Zeiten vor der Implantologie entweder notwendig die Nachbarzähne zu beschleifen, um die Lücke mit einer Brücke zu versorgen, oder man musste gar eine Prothese tragen. Die moderne Implantologie ermöglicht es darauf zu verzichten und nach der Implantation eine einzelne Zahnkrone in das Implantat einzusetzen. Wenn mehrere Zähne fehlen können Implantate, genau wie die eigenen Zähne, als Anker für Zahnbrücken genutzt werden.

Die zweite große Indikation der Implantate ist die Stabilisierung von herausnehmbarem Zahnersatz. Wenn keine Zähne mehr vorhanden sind bleibt ohne Implantation nur die Möglichkeit der Vollprothese, welche sich an Ober- und Unterkiefer festsaugt und durch eigene Muskulatur gehalten werden muss. Oftmals ist es mit diesem Zahnersatz nicht mehr möglich, alle Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, da der Halt durch den Saugmechanismus eingeschränkt ist.

Implantate ermöglichen es nun durch verschiedenste Techniken die Prothese zu stabilisieren.

Das gängigste System funktioniert wie eine Art Druckknopf: Auf jedes Implantat wird ein kleines individuelles Aufbauteil geschraubt und das Gegenstück wird in die Prothese eingearbeitet. Der Patient setzt die Prothese mit leichtem Druck ein, es klickt, und der Patient kann endlich wieder herzhaft zubeißen ohne die Angst, dass seine Prothese verrutscht.

Zahnimplantate bedeuten also nicht nur eine Schonung der anderen Zähne, sondern außerdem eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität.

Unsere Ärzte

  • Dr. med. dent. Philipp Vogelsang

    Dr. med. dent. Philipp Vogelsang

    Seit 2010 als Zahnarzt tätig. Behandlungsschwerpunkte: Implantologie und konservierende Zahnerhaltung. Seit 2015 im CENTRO LIBERIX in Palma de Mallorca…

  • Carmen Gunkel MSc, Kieferorthopädie

    Carmen Gunkel MSc, Kieferorthopädie

    Seit 1994 als Zahnärztin tätig. Seit dieser Zeit auch in Palma de Mallorca selbständig niedergelassen. Seit 2014 im CENTRO LIBERIX. Fachzahnärztin für Kieferorthopädie

  • Carsten Wollmann

    Carsten Wollmann

    Ergotherapeut seit 1993, Logopäde seit 1997. Seit 1999 selbstständig. Seit 2014 im CENTRO LIBERIX.

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